Regie: Johanna Niedermüller

Orlando ist unzufrieden. Von seinem eigenen Bruder enterbt, braucht er nicht nur Geld, sondern vor allem mehr Sinn in seinem Leben. In dem herrscht ebenso Stillstand wie in der dekadenten Diktatur am Hofe Herzog Fredericks, der seinen Bruder entmachtet und in die Verbannung in den Ardennerwald geschickt hat. Lediglich Rosalinde, die Tochter des rechtmäßigen Herzogs, darf in Gesellschaft ihrer Cousine Celia am Hofe zurückbleiben.

Orlando begehrt auf und wagt in einem Ringkampf den Affront gegen die Diktatur des Herzogs. Er gewinnt und flieht vor der Rache Herzog Fredericks in die Verbannung in den Ardennerwald. Rosalinde wagt es, Orlando beizustehen – und wird dafür vom Herzog verbannt. Auch sie landet im Ardennerwald, wo es langsam richtig voll wird:

Der alte Herzog sucht hier mit seinem Hofstaat das alternative, bessere Leben. Rosalinde wechselt die Kleidung und damit das Geschlecht, und sucht fortan als Mann Ganymed die Liebe. Orlando weiß, dass er Rosalinde liebt und sucht sie und immer noch nach sich selbst, findet aber nicht sie, sondern nur Ganymed.

Alles gerät durcheinander in Shakespeares Komödienwald: Die Liebe, die Geschlechter und die gesellschaftliche Stellung. Keine sicher geglaubte Identität scheint mehr zu stimmen, bis sich nicht nur Orlando fragt: Woher weiß ich eigentlich, wer ich bin?