ABV-Zimmertheater

Stuttgarts ältestes Amateurtheater


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ABV-Zimmertheater startet durch

Ältestes Amateurtheater Stuttgarts feiert 100-jähriges Bestehen

Stuttgart, den 10.September 2020 –

Später als geplant: am 23. Oktober 2020, startet das Stuttgarter Amateurtheater, dessen Spielstätte sich im ehemaligen alten Landtag im Heusteigviertel befindet, in die neue Saison. Eine Saison, die unter denkbar ungewöhnlichen Voraussetzungen geplant und umgesetzt wird. Denn keiner weiß, wie sich die kommenden Monate für die Veranstaltungsbranche entwickeln werden. Grund zum Feiern gibt es: Das Amateurtheater feiert 2021 sein 100-jähriges Bestehen.

Als sich 1863 der Arbeiter-und-Bildungs-Verein (ABV) gründete, dachte noch keiner ans Theaterspielen. Es sollte noch einige Jahrzehnte dauern, bis sich 1919 die ersten theaterbegeisterten Stuttgarter zusammentaten und daraus 1921 die „Dramatische Abteilung“ des ABV entstand. Damals ahnte noch keiner der Beteiligten, dass diese Abteilung fast 100 Jahre später noch immer verspielt und mit Begeisterung am Theater Stücke mit Herzblut inszeniert. Ein Grund zum Feiern, aber seit 2020 ist bekanntlich vieles anders – auch für eines der kleineren Amateurbühnen in Stuttgart mit insgesamt 15 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die von Spielen, über Technik, Werbung, Bühnenbild, Maske und Fundus alles selbst in Eigenregie umsetzen.

"Die neue Saison beginnt anders als wir geplant hatten“, meint Hans-Peter Wilbert, Abteilungsleiter im ABV-Zimmertheater. „Dennoch freuen wir uns darauf, das Theater wieder neu aufzumachen. Als wir Anfang März unsere Saison abbrechen mussten, war das ein Schock, denn wir steckten mitten in unserer dritten Eigenproduktion.“ Nach vorne schauen, heißt die Devise, trotz aller Ungewissheiten, finanziellen Unsicherheiten und mit dem Risiko eines neuen „Shutdowns“. Die Proben für die neue Saison sind bereits gestartet. Die dritte Eigenproduktion beginnt ab Oktober mit den Proben. „Wir wollen nicht aufgeben, das fühlt sich nicht richtig an. Auch wenn wir nicht mit den gleichen Problemen wie große Bühnen zu kämpfen haben, blicken wir dennoch stolz auf unsere Historie zurück“, so Wilbert. Seit 2015 ist er künstlerischer Leiter der Abteilung des ABV-Vereins auf der Waldau, seit 2019 ist er auch Abteilungsleiter. Auf die neue Saison blickt er mit besonderer Vorfreude.

„Unsere Gäste erwarten ganz besondere Theaterstücke und wir haben neue Gastproduktionen im Programm, die wir erstmalig anbieten“, erklärt Wilbert. Jede Saison interpretieren die Amateure des Theaters jeweils drei Theaterstücke, die in diesem Jahr alle unter der Regie von H.P. Wilbert inszeniert werden. „Wir müssen den aktuellen Rahmenbedingungen gerecht werden, sowohl den geltenden Hygiene-Vorschriften als auch inhaltlich.“ –

So spielt die Komödie „Herbstzeitlose“ kurzerhand mitten in einem Shutdown und zeigt zwei TV-verrückte Frauen, die in ihrem Wahn zwischen Realität und Schwärmerei kurzerhand ihre Lieblingsschauspielerin zu sich nach Hause entführen. In Ariel Dorfman’s „Der Tod und das Mädchen“, verfilmt mit Sigourney Weaver und Ben Kingsley, wird Wilbert selbst in eine der Hauptrollen schlüpfen. „Dieser Thriller wird in eine postapokalyptische Situation transferiert. Das Bühnenbild musste den Abstandsregelungen gerecht werden. So können die Figuren körperliche Nähe zeigen, ohne dass Abstände verletzt werden – ein absoluter Drahtseilakt“, erklärt Wilbert. Für die dritte Produktion „Der Frosch mit der Peitsche“, einem Krimiklassiker nach Edgar Wallace, wird Wilbert künstlerisch neues Terrain betreten. „Erstmalig wird es dann im ABV-Zimmertheater ein Live-Hörspiel geben, inklusiver einiger eingebetteter Spielszenen. Für unsere Gäste wird das ein neues Zuschau- und Hörerlebnis.“ – Corona macht es möglich.  

„Wir freuen uns, dass wir wieder spielen dürfen und unsere Gäste wiederkommen können“, freut sich Wilbert. Allerdings wird das nicht ohne Auflagen geschehen. „Wir möchten, dass sich unsere Gäste wohl fühlen. Daher können auch wir nur begrenzte Sitzkapazitäten anbieten.“ Eine Situation, die besonders schmerzt, denn das bedeutet für das Theater, dass derzeit nur 12 der insgesamt 50 verfügbaren Plätze verkauft werden können und das ausschließlich über den Ticketshop von Easyticket. „Eigentlich wollten wir in dieser Saison so richtig aufdrehen und hatten aufgrund unseres Jubiläums auf gut gefüllte Vorstellungen gehofft. Die Hoffnung geben wir nicht auf, aber aktuell ist das nur schwer vorstellbar,“ so Wilbert resümierend. „Wir haben wie alle Veranstalter ein Hygiene- und Sicherheitskonzept entwickelt, das wir getestet haben und dass uns hoffentlich gut durch die neue Saison bringen wird. Wir wollen, dass sich unsere Gäste absolut sicher und vor allem wohl fühlen werden.“ Der Ticketvorverkauf ist gestartet – doch H.P. Wilbert hat noch ein heißes Eisen im Feuer. „Im Herbst 2021 planen wir eine Jubiläumsproduktion, um unser Bestehen angemessen zu begehen,“ verrät Wilbert. Die Entscheidung dazu fällt voraussichtlich im November. „Ich habe bereits ein Stück im Auge, aber das könnten wir unter den aktuellen Corona-Einschränkungen nicht spielen.“ Es bleibt also spannend im Hause ABV-Zimmertheater. Jetzt heißt es erstmal "Vorhang auf" am 23.Oktober 2020.

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